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Eskorte eines Linienflugzeuges mit Funkausfall

Rund 2-3 mal pro Monat kommt es vor, dass Luftfahrzeuge den Funkkontakt zur zivilen Flugsicherung (Austro Control) verlieren und sich somit unkontrolliert durch den dicht beflogenen österreichischen Luftraum bewegen. Solche so genannten NORAC-(No Radio Contact)-Flieger werden durch eigene Abfangjäger bis zur Wiederherstellung des Funkkontaktes begleitet, da es sich - abgesehen vom Flugsicherheitsrisiko - um eine Flugzeugentführung handeln und das Luftfahrzeug schlimmstenfalls als terroristische Waffe wie bei den Anschlägen am 11.09.2001 in den USA eingesetzt werden könnte.

31.Jänner 2007:

Gegen 1200 Uhr mittags laufen die Telefone in der Führungszentrale heiss. Der diensthabende Offizier wird von seinem ungarischen Kollegen informiert, dass der Funkkontakt zu einer zivilen Verkehrsmaschine abgerissen ist und diese in Richtung Österreich fliegt.

Obwohl sich dieses Flugziel noch weit im ungarischen Luftraum befindet, ist es auf den Radarschirmen der Luftraumüberwachung schon klar erkennbar. Das österreichische Radarsystem „GOLDHAUBE“ zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass suspekte oder unbekannte Luftfahrzeuge bereits mehrere hundert Kilometer vorwärts der Staatsgrenze geortet werden können, was die Vorwarnzeit enorm erhöht. Damit sind erfolgreiche Abfangeinsätze im gesamten österreichischen Luftraum möglich.

Nach wie vor gibt es keinen Funkkontakt zum Geisterflieger. Niemand hier am Boden kann abschätzen, was dort oben aktuell vor sich geht. Von einem Versehen über ein technisches Gebrechen bis hin zu einer Flugzeugentführung mit potentieller Terrorgefahr für Mitteleuropa könnte alles möglich sein.

Norac

Alarmstart Priorität Alpha

Es ist soweit. In der Einsatzzentrale wird der „Rote Knopf“ gedrückt. In Graz-Thalerhof, dem Standort der Alarmrotte, heulen die Sirenen. Nur wenige Minuten später starten die beiden Abfangjäger zum bewaffneten Einsatzflug. Pro Jahr sind ca. 70 solcher Einsätze nötig, um die Sicherheit und Souveränität in Österreich sicherzustellen bzw. wiederherzustellen.

Mittlerweile ist die suspekte Maschine der Turkish Airways in den österreichischen Luftraum eingedrungen. Auch die Versuche der österreichischen Flugsicherung (Austro Control) mit deren Besatzung Kontakt aufzunehmen schlagen fehl.

Die Abfangjäger werden mittels Radar und Funk zum suspekten Flugziel geführt und versuchen dort, die Lage zu klären. In diesem Falle stellt sich schnell heraus, dass es sich „nur“ um ein Kommunikationsproblem des Linienpiloten handelt. Die Abfangjäger eskortieren die Maschine solange, bis der Funkkontakt zur zivilen Flugsicherung wiederhergestellt und die Gefahr gebannt ist.

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